10-11-2008
Von Brigitte AndersNichts als Wildwuchs prägte die Insel Hombroich – bis ein leidenschaftlicher Kunstsammler sie aus dem Dornröschenschlaf erweckte und zu Deutschlands schönstem Freilichtmuseum machte.  Kunst parallel zur Natur © Tomas Riehle, Stiftung Insel HombroichNichts als Wildwuchs prägte die Insel Hombroich – bis ein leidenschaftlicher Kunstsammler sie aus dem Dornröschenschlaf erweckte und zu Deutschlands schönstem Freilichtmuseum machte. Eingebettet in eine Park- und Auenlandschaft – vom Landschaftsarchitekten Bernhard Korte mit Liebe zum Detail gestaltet – liegt das Museum Insel Hombroich heute. Hier ist auf Schritt und Tritt ein ungewöhnliches Ausstellungskonzept verwirklicht, getreu dem Motto: Kunst parallel zur Natur. Schon die Ausstellungspavillons sind als Kunstwerke in der Landschaft konzipiert. Die elf Gebäude, entworfen vom Bildhauer Erwin Heerich, sind Haus und Skulptur zugleich und beherbergen die umfangreiche Kunstsammlung der Stiftung Insel Hombroich. Diese spannt einen weiten Bogen von den Schätzen des Altertums über die klassische Moderne hin zur zeitgenössischen Kunst.  Seit 1987 geöffnet - Museumsinsel Hombroich © Tomas Riehle, Stiftung Insel HombroichKunstwerke aus zwei Jahrtausenden und verschiedenen Kulturen korrespondieren auf der Insel Hombroich miteinander: Skulpturen aus der Blütezeit der kambodschanischen Khmer stehen der monochromen Malerei Gotthard Graubners gegenüber, chinesische Glaskunst des 18. Jahrhunderts tritt in Dialog mit den Werken von Hans Arp und Kurt Schwitters. Dazu Rembrandt-Radierungen, Aquarelle von Cézanne, Malerei von Lovis Corinth und Jean Fautrier, Objekte von Yves Klein, sowie zahlreiche Werke zeitgenössischer Maler und Bildhauer. Nur in einem Punkt hat sich die Insel ihren Wildwuchs bewahrt: Es gibt keine Vorgabe von Wegen oder didaktische Anmerkungen. Jeder Besucher sucht sich seinen eigenen Weg durch die faszinierende Sammlung.  Kunst auf eigenen Pfaden entdecken © Tomas Riehle, Stiftung Insel HombroichDie Insel Hombroich wächst stetig weiter. Seit 1994 gehört auch eine ehemalige NATO-Raketenstation dazu und dokumentiert so auch räumlich die Erweiterung zum Kulturraum. Die Hallen, Hangars und der Beobachtungsturm auf der rund 13 Hektar großen Fläche bieten, renoviert und umgestaltet, den Rahmen für künstlerische Aktivitäten aller Art. Das Museum Insel Hombroich und die Raketenstation gingen 1997 in die Stiftung Insel Hombroich ein und bilden damit die Keimzelle des Kulturraumes Hombroich. Auch das Jahr 2009 bringt wieder Neues. Dann werden zwei Gebäude auf der Raketenstation fertiggestellt: ein Institutsgebäude des portugiesischen Architekten Alvaro Siza, das die architektonische Sammlung Hombroichs aufnimmt, sowie und das „Haus für Musiker“ des österreichisch-amerikanischen Architekten Raimund Abraham – mit Kammermusiksaal, Probenräumen und Gästewohnungen für Musiker. Praktische Hinweise: . Öffnungszeiten: Täglich ab 10 Uhr geöffnet, auch montags. In der Zeit vom 1. November bis 29. Februar schließt das Museum schon um 17 Uhr. . Führungen – auch in anderen Sprachen – nach telefonischer Absprache. Dauer der Führung: ca. 1,5 Stunden, Preis: 90 Euro. |